Kleine Geschichte der Demokratie

Die Antike:
Die Demokratie entwickelte sich in Europa zuerst in den griechischen Stadtstaaten als direkte oder unmittelbare Demokratie. Eine der ältesten Quellen ist der Geschichtsschreiber Herodot (484-425 v. Chr.), der im fünften Jahrhundert v. Chr. festhält, dass Kleisthenes die demokratia in Athen eingeführt hat. Dort durchlebte die antike, klassische Demokratie von 508/507 bis 322 ihre Blütezeit mit weitgehender Selbstregierung der athenischen Bürgerschaft.

Der griechische Staatsmann Perikles (circa 500-429 v.Chr.) definierte die Demokratie im Athen seiner Zeit: "Die Verfassung, die wir haben [...], heißt Demokratie, weil der Staat nicht auf wenige Bürger, sondern auf die Mehrheit ausgerichtet ist." Allerdings gab es schon immer unterschiedliche Begriffe, Modelle und Praktiken der Demokratie, über die eine stetige Diskussion herrscht. Schon Aristoteles konstatierte im 4. Jahrhundert v. Chr.: "Jetzt aber meinen einige, es gäbe bloß eine Demokratie [...], doch das ist einfach nicht wahr."

Mit dem Untergang der Demokratie im Römischen Reich ging die Zeit der Demokratie in der Antike zu Ende. In Europa wurde die Idee der Demokratie danach fast 1500 Jahr nicht mehr wirklich aufgenommen.

Das Mittelalter
Erst 1215 n. Chr. tat sich in England ein wichtiger Schritt in Richtung Demokratie: Die Magna Charta. Durch diesen Vertrag wurde die Macht des Königs zugunsten der englischen Adligen eingeschränkt. Teile des Adels besaßen fortan als Mitglieder des Allgemeinen Rats das Recht, dem König die Zustimmung zu Gesetzen zu verweigern. Darüber hinaus garantierte der Vertrag zunächst dem Adel und später den Bürgern Englands umfassende Rechte, die später als die Menschenrechte betrachtet wurden. Doch auch die Magna Charta war ein Dokument der Ungleichheit und damit letztlich des Unrechts und der Willkür.
Deutsche Welle: Der große Freibrief – Magna Carta vom 15. Juni 1215

Die Neuzeit
Die moderne Demokratie erwuchs zunächst aus den kalvinistischen Glaubenskämpfen des 17. Jahrhunderts, besonders in Schottland, England und den Niederlanden, in denen die Gemeinde als Träger des religiösen und politischen Lebens hervortrat, sodann aus den Lehren der Aufklärung, besonders aus ihren Anschauungen von der Freiheit und Gleichheit aller und von der normativen Bedeutung des vernünftigen Denkens des einzelnen über Staat und Gesellschaft. Grundlegend wurden die Lehren J. J. Rousseaus von der Volkssouveränität als einem unteilbaren und unveräußerlichen Recht des Volkes.

Die erste moderne Demokratie der Welt wurde 1776 in den USA geschaffen. In Europa wurde erstmals in der Französischen Revolution ein Staat auf demokratischen Prinzipien gegründet.

Heute gelten etwa 120 Staaten als parlamentarische Demokratien. In Deutschland ist die Demokratie (Art. 20 Abs. 1 GG) als tragendes Verfassungsprinzip fest verankert.

Ob im alten Griechenland, zu Zeiten sozialistischer Volksdemokratien oder in westlich geprägten parlamentarischen Demokratien - zu jeder Zeit verbanden sich mit dem Begriff Demokratie ganz unterschiedliche Inhalte.

Immer war es jedoch das Volk, das in den jeweiligen Systemen die Macht ausübte. In der Geschichte der Demokratien wurde das wahlberechtigte Volk jedoch stets unterschiedlich definiert. Einmal waren die Sklaven nicht Bestandteil des Volkskörpers, ein anderes mal mussten die Frauen auf ihre Rechte verzichten. Auch Rasse, Religionszugehörigkeit oder die soziale Schicht bestimmten nicht selten, wer nun in der betreffenden Demokratie stimmberechtigt war und wer nicht.

Eine modernere Basis für heutige Demokratien bietet die Charta der Menschenrechte von 1948.

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Links

Demokratie (er-)leben

Landeszentrale für politische Bildung:
Zeitschrift Politik & Unterricht Heft 2/3 2006
Demokratie (er-)leben
Ein Prinzip in Gesellschaft und Politik

Der weltweite Siegeszug demokratisch legitimierter politischer Ordnungen wird heute allgemein konstatiert. "Demokratie" gilt als "die moderne Organisationsform politischer Herrschaft". Demokratische Systeme rücken den einzelnen Bürger, den Menschen in seiner Würde und Einzigartigkeit in den Mittelpunkt. Dieser Auffassung entsprechen die verfassungsmäßig verbrieften Grund- bzw. Menschenrechte, die in Diktaturen außer Kraft gesetzt sind. Mit dem vorliegenden Heft bieten wir dieses Mal einen ergänzenden, lebensweltbezogenen und auch spielerischen Zugang an. Den Lehrkräften des Landes wollen wir damit Unterstützung bei ihrer wichtigen Aufgabe geben, das Bewusstsein um die Bedeutung der Demokratie bei den Schülerinnen und Schülern zu stärken. Zahlreiche Projekt- und Spielvorschläge sollen Lust auf Demokratie machen und zeigen, dass uns das Prinzip der Demokratie im Alltag, in der Gesellschaft und in der Politik tagtäglich begleitet - und dass es der tagtäglichen Umsetzung und Stärkung bedarf. ...mehr

Wikipedia: Demokratietheorie

Bundeszentrale für politische Bildung Schriftenreihe Informationen zur politischen Bildung: Parlamentarische Demokratie Heft 295/2007 Für Kinder: Logo - Demokratie

BpB: Themenblätter aus der Reihe "Themenblätter im Unterricht" (PDF)
Demokratie - was ist das?

BpB Dossier: Deutsche Demokratie
Politik betrifft uns alle. Sie beeinflusst unser Leben in allen Bereichen – auch wenn wir uns dessen oft überhaupt nicht bewusst sind. Zwar verpflichtet unsere freiheitliche Gesellschaft niemanden dazu, sich politisch zu engagieren. Doch wer die Politik nur den anderen überlässt, verzichtet freiwillig auf sein Grundrecht der politischen Mitbestimmung.

Juraforum: Demokratie

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