Wie ein Mantra wiederholen die Parteien ihre Vorstellungen künftiger Koalitionsmöglichkeiten: Schwarz möchte nicht mehr mit Rot, Rot nicht mit Rot, dafür aber mit Grün, Gelb nicht mit Grün, aber mit Schwarz. Wer kann überhaupt künftig mit wem regieren? Die Parteien schließen im Wahlkampf zunehmend mögliche Koalitionsoptionen aus. Nur eines scheint klar zu sein: Mit der Linken möchte keine andere Partei koalieren. 

  1. Große Koalition (CDU/CSU - SPD): Diese Option halten viele Kommentatoren nach dem TV-Duell am 13. 09. 2009 für möglich, auch wenn Union und SPD beteuern, die große Koalition nicht weiterführen zu wollen. So sagte Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier (SPD), die Arbeit der Großen Koalition sei zwar ordentlich gewesen, es gebe aber Bedarf an Verbesserungen, die mit der CDU nicht zu machen seien. Angela Merkel (CDU) lobte ebenfalls die Arbeit der letzten vier Jahre, strebt aber offiziell keine Neuauflage dieser Konstellation an. Angela Merkel versicherte am Wochenende bei einer Kundgebung in Braunschweig: „Die große Koalition wird es nicht mehr geben.“

  2. Schwarz-Gelb (CDU/CSU - FDP): Sowohl die CDU/CSU als auch die FDP treten ausdrücklich mit dem Wunsch an, künftig miteinander regieren zu können. Allerdings war manchen Liberalen die Koalitionsaussage der CDU/CSU noch nicht deutlich genug. So kritisierte Dirk Niebel (FDP) Angela Merkels Äußerung, sie wolle Ulla Schmidts Gesundheitsreform verbessern, aber nicht unbedingt abschaffen. Uneinig sind sich FDP und CDU außerdem in Fragen der inneren Sicherheit, insbesondere beim Thema Datenschutz. Allerdings passen die beiden Parteien in ihrer wirtschaftspolitischen Ausrichtung wohl am besten zusammen: beide sind gegen Mindestlöhne, für einen gelockerten Kündigungsschutz, für weniger Engagement des Staates in der Wirtschaft und beide sind für Steuersenkungen. Auf einem Sonderparteitag am Wochenende schloß die FDP eine Koaltion mit der SPD definitiv aus.

  3. Rot-rot-grün (SPD, Die Linke, Grüne): Die SPD lehnt eine Koalition mit der Partei Die Linke auf Bundesebene kategorisch ab. Auch Oskar  Lafontaine (Die Linke) und der Bundesesgeschäftsführer der Linkspartei, Dietmar Bartsch, sagte, es gebe inhaltlich zu viele Differenzen, als dass eine solche Koalition denkbar wäre.

  4. Ampel (SPD, FDP, Grüne): Franz Müntefering (SPD) schließt eine Koalition mit der FDP grundsätzlich nicht aus, und auch die Grünen zeigen sich bereit, mit den Liberalen zusammenzuarbeiten. Doch die FDP verweigert sich kategorisch allen Plänen, mit der SPD zusammenzuarbeiten. Schon 2005 hätte die FDP die Chance gehabt, zusammen mit der SPD zu regieren - und lehnte ab.     

  5. Jamaika (CDU/CSU - FDP - Grüne): Diese Option wird sowohl von den Grünen als auch von der FDP abgelehnt. Jürgen Trittin (Grüne) sagte im TV-Dreikampf am 14. 09.2009, der "Dampfer nach Jamaika" werde nicht abgehen, die Grünen seien keine "Steigbügelhalter" für eine Politik von CDU und FDP. Auch die FDP will nicht mit den Grünen zusammenarbeiten, da ihre politischen Forderungen - wie z.B. in Fragen der Atomenergie - nicht übereinstimmten.

  6. Schwarz-Grün (CDU/CSU - Grüne): Diese Koalitionsmöglichkeit ist zwar auf Landesebene in Hamburg kürzlich realisiert worden, auf Bundesebene ist sie allerdings, auch aufgrund von fehlenden Wählerstimmen, sehr unwahrscheinlich.

  7. Rot-Grün (SPD - Grüne): Auch diese Koalitionsmöglichkeit ist, obwohl sie von SPD und Grünen gewünscht wird, aufgrund der fehlenden Wählerstimmen sehr unwahrscheinlich.

  8. Absolute Mehrheit: Hier gilt sowohl bei CDU als auch SPD: schön wärs, aber das ist bisher nur ein einziges Mal, nämlich 1957 unter Konrad Adenauer, passiert.


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