Reaktionen der Spitzenkandidierenden zur Wahl

Reaktion der CDU/CSU

Angela Merkel:

"Natürlich hatten wir uns ein wenig ein besseres Ergebnis erhofft. Das ist vollkommen klar. Aber wir dürfen auch nicht vergessen: Hinter uns liegt eine außerordentlich herausfordernde Legislaturperiode, und deshalb freue ich mich mit Ihnen, dass wir die strategischen Ziele des Wahlkampfs erreicht haben. Wir sind stärkste Kraft als CDU/CSU. Wir haben den Auftrag, eine Regierung zu bilden. Und gegen uns kann keine Regierung gebildet werden." 

Rede am Wahlabend, ausgestrahlt: ZDF

Reaktion der SPD

Martin Schulz:

Heute ist ein schwerer und ein bitterer Tag für die deutsche Sozialdemokratie. Ich will nicht drum herum reden: Wir haben unser Wahlziel verfehlt. (...) An einem solchen Abend überschlagen sich schnell die Erklärungen für Erfolg und Misserfolg der Partei. Wir haben es offensichtlich nicht geschafft, unsere traditionelle Wählerbasis zu erhalten und auszubauen, obwohl wir viele soziale Erfolge in der abgelaufenen Regierungsperiode erkämpft haben. (...)  Besonders bedrückend ist für uns alle ist am heutigen Abend die Stärke der AfD. Mit ihr wird künftig erstmals eine rechtsextreme Partei in den deutschen Bundestag in Fraktionsstärke einziehen, das ist eine Zäsur."
Rede zum Wahlergebnis, ausgestrahlt: ARD

"Wir haben diese Wahl verloren, krachend. (...) Was Deutschland braucht ist die Polarisierung der Mitte-Rechts- und Mitte-Links-Parteien, und das machen wir aus der Opposition heraus. (...) Ja, wir schließen aus, dass die SPD in eine große Koalition geht."
Interview, ZDF, am Wahlabend

Reaktion der AfD

Alexander Gauland:

Da wir ja nun offensichtlich drittstärkste Partei sind, kann sich diese Bundesregierung, , die gebildet wird, wie immer sie aussieht, warm anziehen. Wir werden sie jagen. Wir werden Frau Merkel oder wen auch immer jagen. Und wir werden uns unser Land und unser Volk zurück holen."
Reaktion auf das Wahlergebnis, ausgestrahlt im Ersten am Wahlabend

Alice Weidel: 

"Die Aufgabe des deutschen Bundestages ist ja, das muss man sich immer wieder ins Gedächtnis rufen, die Arbeit der Regierung zu kontrollieren.  Das wurde ja die letzten Jahre überhaupt nicht gemacht. Da wurden Sachen durchgewunken, die auch jeder gesetzlichen Grundlage entbehrten. Und damit ist jetzt Schluss mit der AfD im Bundestag."
Interview im ZDF am Wahlabend

Reaktion der FDP

Christian Lindner:

Die Erneuerung der FDP geht jetzt in eine zweite Phase. Die Wählerinnen und Wähler hatten 2013 die FDP beauftragt, frischer, moderner zu werden, andere Themen aufzunehmen, sich selbst zu befreien von Ängstlichkeit. Jetzt übertragen wir das in das Parlament und wollen da Tempo  machen dafür, dass Deutschland bei der Bildung, Digitalisierung, Einwanderungspolitik, Entlastung der Menschen nicht länger Zeit verliert (...).
Wir haben keinen Auftrag zur Regierungsbildung erhalten. der liegt bei der Union. Da gibt es noch keine Einladung zu Gesprächen. Selbstverständlich würden wir die Gespräche annehmen. Aber es gilt in der Sache all das, was wir vor der Wahl gesagt haben: Wir wollen Trendwenden für unser Land organisieren. Und wenn das in Gesprächen sichtbar ist, dass diese Ziele erreicht werden, stehen wir selbstverständlich zur Verfügung."
Interview im ZDF am Wahlabend

Reaktion der Linken

Sarah Wagenknecht:

Wir haben das zweitbeste Ergebnis unserer gesamten Parteigeschichte.  So wie es jetzt aussieht auf jeden Fall zugelegt, somit sind wir mit unserem Ergebnis zufrieden."
Im Interview beim ZDF am Wahlabend

Dietmar Bartsch:

"Fakt ist: Die Linke hat zugelegt. Das ist ein Signal. Aber: Dieser Abend ist natürlich getrübt, das wissen wir alle. Es hat einen extremen Rechtsruck gegeben. Wer mit der AfD in den Bundestag einzieht, ist ein Skandal (...). Das sind Rassisten. Das sind Fremdenfeinde. Und sie werden unserer Gegner bleiben."
Ausgestrahlt im ZDF am Wahlabend

Reaktion der Grünen

Cem Özdemir:

Wir wollen nicht regieren um des Regierens willen, sondern, um etwas zu verändern. Und so verstehe ich auch den Auftrag, den uns die Wählerinnen und Wähler gegeben haben. Wir sind die Partei der Nachhaltigkeit. Wir wollen nicht nur, dass wir gut leben, sondern auch unsere Kinder und Kindeskinder gut leben in diesem Land. Das heißt: Klimaschutz muss Vorfahrt kriegen, sonst machen wir keinen Koalitionsvertrag mit."
Interview im ZDF am Wahlabend